Vom Weitsee durchs romantische Wappbachtal
Das Hochtal Röthelmoos (auch: Röthelmoosalm) liegt südwestlich von Ruhpolding zwischen Gurnwandkopf und Gründberg in den Chiemgauer Alpen. Es ist von allen Seiten von Bergen eingeschlossen. Wie der Name "Moos" schon vermuten lässt, ist es ein Moor, das heute von den Bauern landwirtschaftlich genutzt wird. Es liegt mitten in einem Naturschutzgebiet und bildet heute ein Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen. Man kann es von mehreren Seiten aus erreichen, einer der beliebtesten Aufstiege ist derjenige vom "Chiemgauer Seentrio", wie das Seengebiet mit Weitsee, Mittersee und Lödensee auch genannt wird. Durch das Wappbachtal erreichen wir das Röthelmoos in 1 1/4 Stunden. Der Weg ist sehr leicht, familienfreundlich und insbesondere auch für Kinderwägen gut geeignet. Zwei bewirtschaftete Almen, wo noch gebuttert und Käse hergestellt wird, laden zu einer Brotzeit ein. All das hat natürlich zur Folge, dass es sich bei dem reizvollen Röthelmoos um keinen Geheimtipp handelt, an schönen Wochenenden sind die Almen oft überlaufen.
GPS-Wegpunkt:
N47 41.155 E12 33.625 zu Google Maps
Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Es fahren Busse von Prien, Marquartstein oder Reit im Winkl (RVO-Linien 9504, 9506, 9535).
Mit dem Pkw:
Zum Parkplatz gelangen wir über die Autobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Bernau (weiter nach Marquartstein und Reit im Winkl) oder die Ausfahrt Siegsdorf (weiter über Inzell und Ruhpolding)
Tourenplaner / Online-Fahrpläne:
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Direkt am Waldrand beginnt der auch von Mountainbikern gern genutzte Wanderweg durch das Wappbachtal, immer am plätschernden Bach entlang. Wir spazieren durch eine Schlucht, umgeben von steilen Wänden, während der eigentliche Aufstieg ohne größere Steigungen moderat nach oben verläuft. Vor vielen Jahren wurde hier an einigen Stellen noch nach Gold geschürft. Verlaufen ist nicht möglich, da es keine Abzweigungen gibt. Allmählich weitet sich die Schlucht in ein weites Hochmoor - wir erreichen das Röthelmoos. Bei einer Wegekreuzung halten wir uns links. Bald öffnet sich das Gelände, rechts erblicken wir den Gurnwandkopf und die Hörndlwand, vor uns sehen wir einige Ausläufer des Hochgern. Links und rechts unseres breiten Weges blühen auf den Moorstreuwiesen teils seltene Blumen und Wollgras. Da wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden, darf natürlich nichts gepflückt werden. Am hinteren Ende des Hochtales erreichen wir eine Kreuzung, hier können wir zu zwei bewirtschafteten Almen gelangen, rechts zur Dandl Alm oder links zur Langerbaueralm.
Für den Abstieg zum Wanderparkplatz benutzen wir den Aufstiegsweg.
Die Röthelmoosalm ist ein als "Röthelmoos" eingetragenes Geotop. Es liegt in der Mitte eines weiten Karbodens und ist Bestandteil des wesentlich größeren Naturschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiets "Östliche Chiemgauer Alpen". Dieses besteht seit 1954 und umschließt die Bergstöcke Sonntagshorn, Dürrnbachhorn, Gurnwandkopf, Rauschberg und Inzeller Kienberg.
Leider ist die artenreiche Flora und Fauna des Hochmoores durch den hohen Rinderbestand der nahen Almen gefährdet. Zudem ist durch die Forststraße, die mitten durch den westlichen Bereich führt, der Wasserhaushalt arg gelitten. Um dem hochsensiblen Moor keinen weiteren Schaden zuzufügen, soll man die Straße nicht verlassen.
Auf den Streuwiesen des Hochmoores mit seinem typischen Latschenbewuchs treffen wir teils seltene Blumen wie Knabenkraut, Frühlingsknotenblume, Fieberklee, Mehlprimel, Knabenkraut, Fieberklee und Trollblume an. Typische Wildtiere sind Steinadler, Auer-, Birk- und Haselhuhn, Sperlingskauz, Raufußkauz, Dreizehenspecht, Weißrückenspecht, Mauerläufer, Graureiher, Rothirsche, Gämsen, Schneehasen.
Die alte Röthelmoosklause am nördlichen Ende wurde bereits im 17. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zur Holztrift verwendet. Sie wird vom Röthelmoosbach gespeist, der von Süden her durch die Almfläche fließt. Das Wasserwurde bei der Klause aufgestaut, um das Holz für die Saline in Traunstein ins Tal zu triften.
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