Der Gipfel mit dem Fußballfeld
Dieser (Fast-)Geheimtipp wird hauptsächlich von Einheimischen frequentiert. Man sieht es auch an den wenigen Eintragungen im Gipfelbuch. Ein Grund dürfte sein, dass der Weg nicht offiziell beschildert ist. Nur einmal im unteren Bereich existiert ein altes Holzschild, ansonsten fehlen gänzlich weitere Schilder und Markierungen. Trotzdem dürfte er schon vielen Wanderern von unten bekannt sein: Es ist der vom Rißtal aus steil und wuchtig aufragende Berg zwischen Vorder- und Hinterriß, der auf den ersten Blick keinen normal aufragenden Gipfel hat, denn der Gipfelbereich erscheint wie von Riesenhand waagrecht abgeschnitten. Wer auf der höchsten Stelle dieses Berges seht, kann dem nur zustimmen: Das waagrechte Gipfelplateau hat die Größe eines Fußballfeldes. Das bringt natürlich den Vorteil mit sich, daß, wenn einmal doch mehrere Bergsteiger den Vorderskopf erklommen haben, ein ruhiges Platzerl für jeden zu finden ist.
GPS-Wegpunkt:
N47 29.935 E11 27.466 zu Google Maps
Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der bayerischen Oberlandbahn von München nach Lenggries. Von dort fährt im Sommer ein Bergsteigerbus mehrmals täglich in die "Eng". Der Bus hält an allen wichtigen Startpunkten für den Aufstieg. Für den Vorderskopüf steigt man an der Haltestelle Kaiserhütte aus.
Mit dem Pkw:
Von München über Wolfratshausen und Bad Tölz nach Vorderriß. Von Garmisch-Partenkirchen über die Mautstraße von Wallgau nach Vorderriß. Aus dem Tiroler Inntal (Innsbruck) über den Achensee.
Von Lenggries aus kommend über den Sylvensteinspeicher Richtung Vorderriß. Der Parkplatz befindet sich an der linken Seite der Straße zwischen Vorderriß und Hinterriß. Die Talstation des Materialliftes ist schon von größerer Entfernung aus erkennbar.
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Aufstieg:
Am Parkplatz überqueren wir sofort die Straße und wandern ca. 200 Meter so nahe wie möglich am Rißbach nach Süden, also in Richtung Hinterriß. Dabei bleiben wir möglichst nicht auf der Straße, wechseln, sondern sobald es geht, auf die Trittspuren direkt am Bach entlang. Die Holzbrücke, die uns kurz darauf über den Rißbach führt, ist von oben nicht zu sehen. Nach der Brücke halten wir uns links und gehen ca. 10 Minuten weiter, zuerst flach und zum Schluss hin etwas ansteigend. Auf der höchsten Stelle biegen wir rechts in einen Karrenweg ein und verlassen diesen aber wieder nach wenigen Metern. Hier weisen ein orangefarbener Farbtupfen sowie ein heruntergekommenes Schild hinauf zum Vorderkopf . Mehr Hinweise gibt es nicht, die üblichen gelben Schilder fehlen völlig. Haben wir diese Stelle erreicht, dann wird die Orientierung wieder leichter, da der Weg gut erkennbar ist.
Wir folgen nun dem Jagdsteig (die ersten 50 Minuten sind recht steil), bis wir nach einer guten Stunde auf einer Höhe von 1350 m eine Forststraße queren. Wir bleiben auf dem Steig und passieren nach einer weiteren 180 Höhenmetern (25 Minuten) eine unbewirtschaftete Hütte, die wir für eine kurze Pause nutzen (schöne Sicht auf die Östliche Karwendelspitze). Die nächsten Minuten bleibt unser Weg waagrecht und wir erreichen eine steile Wiese, auf der es wiederum schweißtreibend und sehr steil nach oben geht. Im oberen Bereich stehen zur Orientierung ein paar Steinmandl. Nach wenigen Minuten stehen wir auf einem Sattel. Ab hier haben wir den steilsten Teil des gesamten Aufstiegs vor uns. Wir wenden uns rechts (nach Norden) und folgen immer den Wegspuren. Sie führen uns zuerst durch einen lichten Wald und später durch Latschen bis an den Rand des Gipfelplateaus. Das kleine Gipfelkreuz finden wir am nordöstlichen Rand der Gipfelwiese. Die Aussicht ist genial; Rißtal, Schafreuter, Rofan mit den drei Unnützen, Bayerische Voralpen, die umliegenden Karwendelspitzen usw.
Abstiegsvariante 1:
Wie Aufstieg.
Abstiegsvariante 2:
Diese Variante ist wesentlich länger und verläuft zudem auf einer Forststraße! Dafür bietet sie phantastische Blicke ins Karwendel, insbesondere auch auf die nahe Soiernspitze. Außerdem ist diese Variante bei Nässe vorzuziehen.
Wir steigen auf dem Aufstiegsweg bis zum Sattel. Dort wo wir uns nach links halten müssten, gehen wir schräg rechts weiter und stehen nach wenigen Minuten auf dem oberen Ende einer Forststraße. Diese führt uns bis zu der Holzbrücke am Rißbach, wo unsere Tour ihren Anfang nahm.
Isarwinkel
Bad Tölz - Lenggries - Kochel
von Hüsler, Eugen E.