Hat jemand Erfahrung mit Bohrhaken+Drahtseil zur Wegabsicherung?

Begonnen von Pfadliebhaber, 25.06.2014, 21:10

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Pfadliebhaber

Gruess euch,

ich hab leider kein passenderes Unterforum gefunden. Aber es geht immerhin um einen Bergpfad :)

Ich wollte mal hoeren, ob hier vielleicht jemand Erfahrung mit dem Anbringen von Drahtseilen zur Absicherung abgerutschter Pfadstellen hat. Ich bin auf so eine Stelle an einem wirklich schoenen und ansonsten noch begehbaren Pfad gestossen und hab eine laengere Diskussion mit der zustaendigen Gemeinde, dem Forstamt und der Verwaltung der Bayerischen Staatsforsten hinter mir.

Fazit: Man will den Pfad nicht sanieren, da man befuerchtet, es koennten danach Leute ueber ihn laufen und das Wild oder den Wald (zer)stoeren. Wohlgemerkt: Der Pfad existiert nachweislich seit ueber 100 Jahren und fuehrt heute von einer verlassenen Almwiese zu einer Alm ohne Einkehr- oder Essensmoeglichkeiten. Sucht man im Internet nach Tourenberichten zu diesem Pfad, findet man gar nichts. Klar, da zieht's Massen von Touristen hin, die das Wild aufscheuchen. Der nur 200 Meter entfernte, 5 Meter breite von einem Traktor oder Unimog ins Gelaende "gefraeste" Fahrweg mit 50cm Hoehenunterschied zwischen Fahrspur und normaler Gelaendeoberkante ist da offensichtlich fuer Wild und Natur weniger schaedlich. Hauptsache, man kann irgendwo Holz machen. *kotz*

Wie dem auch sei... Ich hab mir nun ueberlegt, selbst ein Drahtseil an der entsprechenden Stelle anzubringen. Damit waere die Ueberquerung, die momentan so gerade eben noch mit viel Vorsicht machbar aber durchaus gefaehrlich ist, kein grosses Problem mehr. Das kennt man ja von vielen solcher Stellen, sobald man sich festhalten kann, ist alles viel einfacher. Allerdings hab ich mit sowas ueberhaupt keine Erfahrung und wollte daher mal hier fragen, ob jemand sowas schon mal gemacht hat und mir Tipps geben kann.

Da ja an den Haken keine Klettersturzbelastung auftritt, wollte ich Expressanker verwenden und keine Verbundsysteme (hab mich bei http://www.alpenverein-bw.de/downloads/dav_bohrhaken.pdf schlau gelesen). Allzuviel investieren will ich in den Akku-Bohrhammer natuerlich fuer diese seltene Anwendung auch nicht, darum dachte ich an den Bosch Uneo: http://www.bosch-do-it.de/de/de/bosch-elektrowerkzeuge/werkzeuge/uneo-3165140668705-2483953.jsp Kriegt man fuer gut 100 Euro und laesst sich auch daheim als Akku-Schrauber sinnvoll einsetzen.
Der kann bis 10mm Durchmesser Beton "haemmern", ich muesste in Kalkfels bohren, sollte also ausreichend kraeftig sein. Dann wuerde ich wohl ein 7-8mm dickes Edelstahlseil verwenden und die Enden mit entsprechenden Klemmen verschrauben (da hab ich bzgl. Drehmoment etc. http://www.seile.com/bro_dt/casar_endverbindungen.pdf zu Rate gezogen). Da das Seil um die 10 m lang sein koennte evtl. noch Schraubklemmen neben den Bohrhaken in der Mitte, damit ich dem Seil genug Spiel geben kann, ohne dass es auf der gesamten Laenge durchrutscht.

Gibt's da noch was zu beachten, sollte ich irgendwas anderes verwenden, und oder aber...?

Ich bin uebrigens schon etwas laenger hier im Forum unterwegs, schreibe aber bewusst unter einem neuen Nick. Nur fuer den Fall, dass doch mal irgendwer feststellt, dass da ploetzlich ein Seil ist (unwahrscheinlich zwar, da der Weg laut Aussage seit ein paar Jahren nicht mehr gebraucht wird und bei den betreffenden Jaegern und Foerstern als unpassierbar gilt...). Wenn ich unter meinem Klarnamen schreiben wuerde, koennte man da die Verbindung herstellen und da ich davon ausgehe, dass es eigentlich nicht erlaubt ist, einfach so ein Drahtseil an den Felsen zu schrauben, bleib ich lieber anonym und erwaehne auch nicht, um welchen Pfad es sich handelt.

Und wie seht ihr das so "moralisch"? Rettung eines jahrhundertalten schoenen Pfads vs. unerlaubtes Anbringen von Bohrhaken und Seilen gegen den Willen der zustaendigen Amtsstellen. Macht man sowas? Oder eher nicht?

Servus,
Pfadliebhaber


indian_summer

Zitat von: Pfadliebhaber am 25.06.2014, 21:10


Und wie seht ihr das so "moralisch"? Rettung eines jahrhundertalten schoenen Pfads vs. unerlaubtes Anbringen von Bohrhaken und Seilen gegen den Willen der zustaendigen Amtsstellen. Macht man sowas? Oder eher nicht?




Servus,

ich sag mal so, wo kein Kläger, da kein Richter.

Auf der anderen Seite gibts auch immer wieder Leute, die irgendwelche Pfade markieren, und da ist dann die Aufregung immer recht groß.

Mich persönlich regt sowas nicht auf, bzw. sind mir so alte Steige auch zigmal lieber, als die Forstautobahnen, die es ja leider immer öfter gibt. Da fragt im übrigen auch keiner nach, ob es die Natur stört oder da seltene Pflanzen gewachsen wären...

Zu dem Schrauber kann ich nicht viel sagen, aber 10,8V erscheint mir nicht grade viel. Das hat mein Akkuschrauber auch, aber da beißt es dann schon aus, wenns mal ein bisschen gacher wird.

Eine Alternative wäre ein Werkzeugverleih. Auf Anhieb fällt mir der www.werkzeugverleih-rosenheim.de ein, aber ich weiß nicht ob die einen Akkubohrhammer haben. Hast du keinen Handwerker in deinem Bekanntenkreis? Das wär mir die liebere Alternative als einen Haufen Geld für ein Gerät ausgeben, was dann womöglich nicht funktioniert.

Grüße
Elisabeth

ehemaliges Mitglied

Und wie wär's wenn du mit der Spitzhacke anrückst und den Weg an der Stelle wieder besser herrichtest? Beim Drahtseil besteht halt die Gefahr dass dir die Staatsforsten das wieder abflexen wenn's ihnen nicht passt. Den Weg herrichten ist da evtl. "unauffälliger".

Grüße,
Rossi

roskin

Wie schwer ist denn die Stelle aktuell ohne Drahtseil? (z.B. T-Skala), du schreibst "gefährlich" aber das ist ja immer subjektiv...
auch schreibst du ja, das ein Forstweg in der Nähe verläuft - Kann man für die Stelle nicht kurz auf ihn ausweichen und dnn zurück zum Steig?
falls du beim AV bist, kannst du ja mit bei den Wegewarten vorsichtig nachfragen wie die so was machen..
ansonsten find ich den Vorschlag vom Rossi gut, meine Idee wäre gewesen eine Handhabe (Stift etc.) anzubringen, ist auch eher ein kleinerer "Eingriff"

Pfadliebhaber

@indian_summer: Ja, das hast Du wohl recht. Ich bin inzwischen auf einen Bericht zur Uneo und Felsbohrn gestossen, und die schafft das zwar, aber der Akku ist nach 6 Loechern leer :) Muss ich mich wohl nach was anderem umsehen...

@RossiS und roskin: Eine Umgehung der Stelle ist leider nicht moeglich. Der Pfad verlaeuft in einem Hang und quert dort eine sehr breite Felsrinne. Ich hab ueber 50 hm nach oben und unten gesucht, aber da wird es in beiden Richtungen steiler und gefaehrlicher. Der Pfad wurde schon quasi in den einzigen richtigen Absatz der Rinne gelegt. Der Forstweg verlaeuft zwar in der Naehe, endet aber, bevor der Pfad anfaengt, mehrere Felsrinnen zu durchqueren.

Genau an der betreffenden Stelle befindet sich auch leider nur ein relativ glatte Felsrampe, ca. 6-7 m lang. Es sind drei alte verbogene Eisenstifte erkennbar, an denen wohl mal irgendeine Konstruktion von Holzbalken befestigt war (so wie in den anderen Rinnen), denn fuer Trittstifte sind die viel zu weit auseinander. Man kann nur noch vorsichtig ueber winzige Felssstufen hinueber "balancieren", aber das ist alles sehr glatt und rutschig. Wenn man da einmal mit dem Fuss abrutscht, schliddert man erst 5 Meter ohne Halt ueber die Felsen und faellt dann 4-5 Meter senkrecht auf den Vorsprung darunter.

Die Laenge des Seils liesse sich natuerlich reduzieren und in kurze Teilstuecke aufspalten, aber ich fuerchte, das sieht man immer. Wenn also mal ein Foerster dorthin kommt, bemerkt der es auf jeden Fall. Es gibt im selben Hoehenzug in etwa 2 km Entfernung schon das ein oder andere Drahtseil an aehnlichen Stellen auf einem ganz anderen Pfad, aber hier sind Privatwald und Staatsforst gemischt, also weiss ich nicht, ob der andere Teil evtl. im Privatwald liegt und sogar vom Jaeger selbst gebaut wurde. Ist also keine Garantie dafuer, dass hier nichts abgeflext wird...

Tja, ich muss mir das wohl nochmal in Ruhe anschauen und Alternativen zu einem auffaelligen Seil ueberlegen. Aber einfach wird das sicher nicht. Im Zweifel muesste ich's wohl mal riskieren, und da ich eh jaehrlich dort unterwegs bin, koennte ich's immer wieder kontrollieren.