Kammerlinghorn am 06.07.14

Begonnen von MANAL, 07.07.2014, 10:58

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MANAL

Nachdem ich in einigen Wochen auf einem Hochtourenkurs in den Ötztaler bin, ist es Zeit richtig fit zu werden. Daher entschied ich mich für diesen herrlichen Sonntag für die unschwierige Konditionstour auf das Kammerlinghorn in den Berchtesgadener Alpen.

Ausgangspunkt war der kostenpflichtige Parkplatz Waltlmühlsäge auf der Straße von Weißbach nach Hirschbichl auf 979m in der Kurve vor der Straßensperre. Gegenüber meiner Tour auf die Hocheisspitze 2009 (http://www.roberge.de/yabb/index.php?topic=2628.msg21193#msg21193) wurde hier touristisch wieder aufgerüstet. Nicht nur kostet der Parkplatz jetzt (2 EUR, Automat), er wurde ausgebaut und überall Schilder vom "naturpark weißbach". Positiv anzumerken sind frei zugängliche saubereToiletten in dem Häuschen gegenüber vom Bach.

Die ersten ca. 1,5km muss man leider auf der asphaltierten Straße nach Hirschbichl raufwandern. Die Steilheit finde ich nicht so schlimm, nerviger ist der ganze Autoverkehr von scheinbar allen mit Ausnahmegenehmigung...  #sonicht#

Bei ca. 1060m bin ich auf dem Schotterweg zur Kammerlingalm abgebogen. Das Kammerlinghorn wird ab hier mit 4h angegeben... Der erste halbe Kilometer Schotterstraße ist langweilig, dann geht es auf die Alm rauf und der Ausblick auf den benachbarten Hochkranz und die Leoganger Steinberge lenken davon ab. Auf ca. 1200m und nach ca. einem Kilomter Schotterstraße sind die aussichtsreich gelegenen Kammerlingalmen erreicht. Ab hier geht's dann richtig steil zur Sache. Der markierte aber teilweise leicht eingewachsene Pfad führt steil mit vielen Serpentinen zuerste durch die Almweiden nach oben und geht bei ca. 1400m in einen lockeren Wald rein der angenehm Schatten spendet. Im weiteren Verlauf geht es steil mit vielen Serpentinen durch die Latschenzone bis auf 1815m der Grat erreicht wird. Kurz hinter dem Grat mündet von der Nordseite kommend der Weg von der Mittereisalm ein. Der Weg bis hierher ist recht anstrengend da sehr steil und aus meiner Sicht unangenehm zu begehen.

Ab hier verändert sich der Charakter der Tour völlig. Ging es bisher nur sehr steil den Hang hoch geht es jetzt moderat ansteigend über Wiesenflächen und durch Latschengassen weiter. Der Blick geht weiter auf den Karlkopf der als schrofiger Kopf der nächste Punkt auf der Wanderung sein wird. Vorher geht der Weg noch über eine langgezogene schräge Wiese die nach Süden in Steilwänden endet. In Serpentinen geht es schließlich durch Schrofen die Ostseite des Karlkopfes nach oben. Der Weg zum Kammerlinghorn führt daran vorbei, aber den Abstecher von maximal einer Minute sollte man aufbringen können, auch wenn das Schild am Weg fünf Minuten ankündigt ???
Der Gipfel der Karlkopf (2195m) ist mit einem Kreuz versehen.

Von hier hat man einen guten Blick auf den weiteren Weg, auch wenn der Ausblick eher abschreckend ist. Der folgende Wegabschnitt geht über einen ca. 1 Kilomter langen breiten Rücken in dessen Verlauf man ca. 400 Höhenmeter aufsteigt. Man erkennt sowohl das Gipfelkreuz als auch andere Wanderer und nimmt erst dann wahr wie lange es sich hinziehen wird. Der Weg selber ist sehr angenehm zu gehen und auch nicht zu steil und völlig unschwierig, aber er zieht sich gnadenlos und die bisherigen Höhenmeter spürt man auch mit jedem Schritt mehr. Irgendwann ist dann endlich der letzte Gipfelaufbau erreicht, hier endet auch die lange Rampe und man kommt auf den nicht gerade groß dimensionierten Gipfel der in alle Richtungen steil abfällt. Hier heißt es nochmal konzentriert sein trotz der vielen Höhenmeter. Nach 3 1/4 Stunden Aufstieg stehe ich auf dem 2483m hohem Kammerlinghorn und genieße die wunderbare Aussicht in alle Richtungen.

Der weitere und nur für die T6-Profis geeignete Gratverlauf geht über das benachbarte Hochkammerlinghorn und die Hocheisspitze bis zum Hinterberghorn. Dazwischen das riesige und bröselige Hocheiskar mit den Schuttmassen die teilweise noch schneebedeckt waren. Hier wird mir erst bewusst wie lang und steil der Aufstieg zur Hocheisspitze wirklich ist. 2009 habe ich mich da durch den Schutt hochgearbeitet...  #schwitz#

Hinter der "Hocheisrunde" schaut noch der Hochkalter raus. Im Südosten ein wunderbarer Blick über das Steinerne Meer bis zum Hochkönig, im Süden geht der Blick bis in die etwas wolkenverhangenen Tauern. Loferer und Leoganger Steinberge stehen in schöner Nachbarschaft, genauso wie die südseitigen Felsabsstürze der Reiteralm.

Nach ausreichend Pause mache ich mich wieder auf den Abstieg. Für den Abstieg entscheide ich mich für den Weg über die Mittereisalm. Dieser Weg ist aus meiner Sicht auch der angenehmere von beiden Möglichkeiten zum Kammerlinghorn. Zwar geht auch dieser Weg in Serpentinen durch eine steile zugewachsene Rinne nordseitig ins Kleineiskar runter aber die Wegqualität ist deutlich besser. Laut AV-Karte gäbe es auch noch einen weiteren Weg die Rinne westlich vom Karlkopf runter. Dürfte aber wohl eher eine unangenehme Schuttrinne sein. Nachdem der Karboden erreicht ist geht es durch einen Wald bis runter zur Mittereisalm. Ab hier dann auf einem Schotterweg Richtung Bindalm. Diesen Weg verlässt man an einer steilen Serpentinen hinter einem Gatter wo ein kleiner Pfad mit nur wenig Höhenverlust zur Hirschbichlstraße herausführt. Hier ist an einem etwas abgerutschten Weg die schwierigste Stelle der ganzen Tour bevor es zum Bach runter geht und zur Hirschbichlstraße rausgeht. Kurz vor der Landesgrenze hat man nun wieder Asphalt unter den Sohlen und geht schließlich über den Pass die ca. 2 Kilometer zurück zum Parkplatz.

Alles in allem eine sehr schöne und aussichtsreiche Tour. Die Wege sind allesamt unschwierig und für Wanderer geeignet. Allerdings ist viel Kondition notwendig da man insgesamt über 1500 Höhenmeter zurücklegen muss! Ebenso muss man ausreichend Wasser mitnehmen da es oberhalb von Kammerling- und Mittereisalm keinerlei Quellen hat.


MANAL

Noch ein paar Fotos:
1: Der langgezogene Aufstiegsrücken gesehen kurz vor dem Karlkopf.
2: Der "restliche" Aufstiegsweg vom Karlkopf bis zum Gipfel  des Kammerlinghorn.
3: Schöner Blick vom Gipfel des Kammerlinghorn auf das Steinerne Meer bis zum Hochkönig
4: Blick vom Gipfel nach Westen auf Leoganger, Loferer und Reiteralm. Im Vordergrund der langgezogene Aufstiegsrücken bis zum Karlkopf, rechts das große Hocheiskar.
5: Das Kammerling von Sden. Etwas links unter der Mitte die Kammerlingalmen über die der Südanstieg bis zum Grat hochgeht. Etwas rechts der Mitte der Karlkopf und im weiteren Verlauf das Kammerlinghorn. Vom Fotostandort sind es über 1500 Höhenmeter bis zum Gipfel!

Reinhard

MANAL hat heute seine Tour auf das Kammerlinghorn über unser TMS (TourenManagementSystem) direkt in die roBerge-Datenbank eingegeben.

Hier ist der Link:
Kammerlinghorn - Unschwierige Konditionstour im Hocheismassiv
#super1#

Vielen Dank, MANAL, für den tollen Bericht!

Reinhard