Hinteres Sonnwendjoch via Nordrippe und Ostgrat zum Wildenkarjoch - 03.07.2015

Begonnen von StefanMuc, 04.07.2015, 18:53

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StefanMuc

Servus,

gestern ging es für mich noch auf eine Tour. Angesichts der Temperaturen  #sonne1+ sollten sportliche Aktivitäten ja momentan auf Wassersport beschränkt bleiben.
Aber mich lockte ein Freitag dann doch aus dem Haus.

Vom geschlossenen Zipflwirt ging es mit dem Radl ins Kloaschautal, in sanfter Steigung hinauf zur Grundalm.



Dort überfiel mich sogleich ein Schwarm Bremsen, so dass ich in panikartiger Flucht den Weiterweg angetreten habe. Hinter der Alm über den Kuhpfad aufwärts, dann ein Stück der Forststraße nach und danach frei Schnauze durch Alpenrosenhänge und zuletzt durch die Latschen hinauf zum Schuttfeld.





Mühsam am vordersten Rand hinauf. Hier habe ich einen alten Gipfelbuchkasten entdeckt.



Nun ging es an die Felsen, zuerst war alles noch sehr fest und angenehm zu gehen. Die Steigung hielt sich in Grenzen. Ich habe die Rippe genommen, die unten von der Mitte nach links hinauf läuft.



Im unteren Teil ist es angenehmes Steigen, im den oberen Dritteln steilt es dann auf.



Langsam wird es dann richtig brüchig. Durch den vielen losen Schotter muss man seine Griffe und Tritte ordentlich prüfen.





So kämpfe ich mich aufwärts. Zum Glück bin ich alleine, es regnet ordentlich hinab und inzwischen sollte ich nicht mehr ausrutschen. Die Schwierigkeiten würde ich auf max. I/I+ schätzen, aber durch die Brüchigkeit ist's gefühlt schwerer.
Plötzlich passiert es, ich ziehe mich an einem Stein hinauf, nutzen diesen dann wieder als Tritt. Ein Schritt weiter oben bricht dieser riesige Klotz dann aus und donnert talwärts. Ich schaue noch nach, entdecke aber niemand weiteren im Aufstieg. Gott sei Dank. Ich pausiere kurz, der Blick abwärts zeigt die Steilheit.



Mit mulmigem Gefühl geht's weiter, aber ich kann links oben schon das Kreuz sehen.



So wühle ich mich mühsam aufwärts, vorsichtig und alle Griffe prüfend. Ich steuere auf zwei große Blöcke zu, hier geht's links weiter und nach einigen Metern bin ich endlich am Grat angekommen. Puuh, ein ganz schön anstrengendes Stück war das hinauf.
Der Blick vom Gipfel zeigt die Rippe, die oben durch die Blöcke abschließt:



Am Gipfel brennt's hernieder, Flugameisen nerven mich und animieren mich alsbald zum weitergehen.



Ich wandere unschwer hinüber zur Krenspitze mit kleinem Kreuz. Hier ist's bedeutend ruhiger und weniger Getier schwirrt durch die Luft. Ich begutachte den Weiterweg Richtung Wildenkarjoch, da kommt noch was auf mich zu.





Nach einer Rast steige ich weiter, es geht sogleich steil hinab. Immer am Grat geht es dahin, ich gelange zu den steilen Zacken, die man in der Nordseite umgeht.





Hier eiere ich hinab in die Scharte, es dauert eine Zeit, bis ich wieder normal steigen kann. So ist dieses Stück geschafft, nun geht es hinauf zu Punkt 1854, ein mit Latschen bewachsender Buckel auf dem Weg zum Kar.
Nach dem Buckel geht es abermals steil hinab.
So steuere ich auf einen weiteren Gratbuckel zu, hier geht es südseitig auch ordentlich abwärts, fallen sollten man hier nicht.



Vorsichtig steige ich abwärts, der Grataufschwung wird direkt auf dem Kamm selbst überschritten. Der letzte Kopf kann südseitig umgangen werden oder man klettert ostseitig ab. Ich bin südseitig auf schmalem Gesimse abwärts, hier im Rückblick:



Nun geht es in der Südflanke hinab, ich weiche so einem steilem Stück auf dem Grat aus. Mit Hilfe des Grases geht es hinab.



Das letzte Stück ist wieder mit einigen Abkletterstellen verbunden.



Dann gelange ich zum Wildenkarjoch. Hier geht es für mich wieder zurück in die Nordseite und Abwärts zur Hinteren Toralm.



Ein schön angelegter Steig führt zügig hinab, man quert einen Bachgraben, ehe man wieder etwas ansteigend um den Aufschwung quert. Durch Wald und über schöne Wiesen geht es hinab.





Ich gelange zur schön gelegenen Hinteren Toralm.



Von hier verläuft ein Forstweg hinab. Etwas weiter unten quere ich hinüber zum großen Bachbett, durch dieses und auf der anderen Seite abwärts zur Grundalm.
Hier kocht es regelrecht. Ich bin froh, als ich auf dem Radl sitze und mit ordentlich Tempo zum Auto zurückrolle.

Insgesamt tolle Runde, wobei die Brüchigkeit in der Nordseite des Hinteren Sonnwendjoch nicht zu Spaßen ist.
Der Ostgrat vom Wildenkarjoch ist sicherlich schöner im Aufstieg, landschaftlich fantastisch.


Stefan